Ich finde es sehr gut wenn Menschen nicht schweigen und die Proteste auf die Straße, in die Öffentlichkeit tragen. Ob bundesweit (siehe https://bsky.app/profile/did:plc:je366jwpn4fgloed2eyuhur2/post/3mwfmh5wcrk2s) oder vor Ort (in Köln beispielsweise, https://die-linke-koeln.de/2026/09/kundgebung-fuer-bezahlbaren-wohnraum/). Das in dem Zusammenhang dazu aufruft Heute dabei zu sein und sich dem Protest gegen den sozialen Kahlschlag anzuschließen finde ich auch sehr gut und wichtig. Bin aber auch der Meinung dass das nicht genügt. Ich wünsche mir das die Aktivisti und Veranstaltenden, auch die Gewerkschaften und Parteien, nicht nur , ihre diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit selbstkritisch reflektieren.

Vor geraumer Zeit las ich einen Post einer Aktivistin der ich folge, die regelmäßig von ihrer Teilnahme an Sozialprotesten berichtet und die meiner Erinnerung nach an einer Stelle davon schrieb das es eben nicht genügt die entsprechenden Informationen nur über Instagram zu teilen. Das sehe ich genauso und das kommentierte ich auch entsprechend unter dem jeweiligen Beitrag.

Eigene und persönliche Wahrnehmungen

  • Es gibt Themen (Armut, Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, zum Beispiel)

    • wo ich einerseits den Eindruck habe, gleich wie sehr man sich bemüht, es gelingt nicht Massen zu mobilisieren und auf die Straße zu bringen.

    • wo ich andererseits aber auch die Erfahrung machte dass das möglich, aber kein Selbstläufer ist. Sprich, man muss auch etwas dafür tun.

  • Manche machen sich zu wenig Gedanken.

    • Wenn man ständig die gleichen Forderungen kommuniziert, ohne konkret darauf einzugehen was denn die nächsten Schritte sind, schreckt das meiner Meinung nach eher ab. Ich entschied mich deshalb davon abhängig zu machen ob ich wo hingehe und mich innerhalb meiner Möglichkeiten einbringe oder nicht.

      • Damit meine ich konkret, will man, wenn man ein Zwischenziel nicht erreicht, rechtlich dagegen vorgehen oder eine Petition starten.

    • Was ist das Ziel einer Aktion (Demo, Kundgebung)? Welche Zielgruppe will man erreichen? Davon hängen alle weiteren Schritte, auch bei der Planung und Organisation, ab.

      • Wenn man beispielsweise Massen erreichen will genügt es nicht die Informationen über geschlossene Kanäle (E-Mail-Verteiler, Messenger-Gruppen) zu schicken oder einen Standort zu wählen wo keine, kaum Menschen vorbeikommen.

    • Was ich bisher an Handzetteln (Flyern) oder Bildkacheln (Sharepics) sah (an verschiedenen Stellen) war, ist meinem Geschmack nach zu textlastig. Hier sollte man sich auf das Wesentliche beschränken.

      • Bei Sharepics auf die Aktion (Name, Titel), wo sie stattfindet (kurze und knappe Ortsangabe), wann (wenn sie länger dauert von ... bis ...) und wo man nähere Informationen findet (Social Media Kanal, Homepage).

      • Auf Flyern sollte, worum es geht, in Stichpunkten aufgeführt sein. Maximal eine DIN-A4 Seite.

    • Bei den Ortsangaben fiel mir immer wieder auf das man hier oft zu viele, teilweise verwirrende Informationen verwendete.

      • Beispiel Theo-Burauen-Platz. Da braucht man nicht extra darauf hinzuweisen das der vor dem Spanischen Bau liegt oder vor dem Ratssaal. Das wäre das gleiche wie man schrieb Kölner Dom, gegenüber dem Hauptbahnhof.

      • Oder Alter Markt vor dem Rathaus. Es gibt nur einen Platz der vor dem Rathaus liegt.

      • Sinnvoller wären kurze, knappe, ergänzende Hinweise für die Anreise. Beispielsweise wenn etwas am Breslauer Platz stattfindet

        • Linien 16, 18 (KVB) bis Breslauer Platz/Hbf.

    • Über die Öffentlichkeitsarbeit und Mobilisierung insgesamt.

      • Ich war in der vergangenen Woche bei zwei verschiedenen Terminen. Bei diesen wurde auf die heutigen Sozialproteste (unter anderem in Essen) und eine morgige Kundgebung auf dem Chlodwigplatz in Köln hingewiesen.

        • Bei einem der Termine war es aber am Ende etwas verwirrend, weil auf drei weitere Termine für Sozialproteste hingewiesen wurde und in zwei Fällen nicht klar war ob es sich dabei um ein und dieselbe Veranstaltung handelt, eben nur mit Verschiebung um eine Woche.

        • Was mir fehlte war eine konkrete Information wo man weitere Informationen findet, wo man sich informieren kann, wenn man aus Gründen weder Meta noch X nutzt.

      • Das Thema Sichtbarkeit wird zu sehr sträflich vernachlässigt. Damit meine ich das es oft schwierig, beziehungsweise unmöglich ist die entsprechenden Informationen im Netz zu finden, wenn man selbst recherchiert. Weil man keine oder unterschiedliche Schlagworte (Hashtags) nutzt oder sich zu wenig Gedanken um Suchmaschinenoptimierung macht.

        • Ein gutes Beispiel ist die Bewegung die vor Jahren aus dem #IchBinArmutsbetroffen entstand. Hätten Menschen, die etwas auf ihren Kanälen veröffentlichten, diesen nicht genutzt und alle eigene Hashtags genutzt, hätte es die Bewegung und die damit verbundene Aufmerksamkeit in den Medien meiner Meinung nach nicht gegeben.

Was ich mir für die Zukunft wünsche?

  • Bei einer Mobilisierung zu Aktionen, Demonstrationen, Kundgebungen zu denen die Gewerkschaften, , auf ihren Kanälen aufrufen, die gleichen Schlagworte wie sie nutzen, statt eigener und neuer Hashtags.

  • Zurück zu den Ursprüngen. Hashtags aus einer Kombination des Veranstaltungsort und des Datum nutzen. Wenn etwas wie morgen, 27. September, in Köln stattfindet, dann #K2709.

  • Bei Aufrufen nicht nur dazu aufrufen an den Aktionen teilzunehmen, sondern auch dazu die Bildkacheln und Handzettel auf den Kanälen wo man unterwegs ist (andere Soziale Netzwerke als Meta oder X zum Beispiel) zu teilen.